Aus dem Mondfuchsbau (1/2016)

Ein wenig sehr verspätet (immerhin ist nun auch schon der Februar fast rum), aber besser spät als nie 🙂
Ich habe mal wieder etwas geplant, um den Blog aus der Versenkung zu holen. Ein wenig Monatsrückblick, ein wenig Reviewsammlung, ein wenig interessante Links und andere Dinge, die ich gerne mit anderen teilen will. (Mal schauen, ob es besser läuft als mein grandios gescheiterter Online-Adventskalender :D)

 


Bücher / Comics:

2016_KW1_Book1M. R. Carey: The Girl With All The Gifts
Roman, 2014, Orbit Books

“And then like Pandora, opening the great big box of the world and not being afraid, not even caring whether what’s inside is good or bad. Because it’s both. Everything is always both. But you have to open it to find that out.”

Jeden Morgen wartet Melanie in ihrer Zelle darauf, in den Unterrichtsraum gebracht zu werden. Wenn sie geholt wird, hält Seargeant Parks seine Waffe auf ihren Kopf gerichtet, während zwei seiner Soldaten sie in den Rollstuhl setzen und fesseln. Sie denkt, dass sie sie nicht mögen. Sie sagt scherzhaft, dass sie schon nicht beißen wird. Aber die Soldaten lachen nicht darüber…

Zu Beginn wird die Geschichte hauptsächlich aus Melanies naiver, kindlicher und teilweise doch etwas altklugen Sicht erzählt. Nach und nach ergreifen auch andere Charaktere das Wort, so wächst jeder Charakter immer mehr und wird fühlbarer, verständlicher. Der Schreibstil spiegelt oft die jeweiligen Figuren wieder, aus deren Sicht gerade erzählt wird, besonders die Kapitel von Melanie habe ich geliebt. Aber auch alle anderen Charaktere hatte ich irgendwie ins Herz geschlossen oder fand sie zumindest soweit nachvollziehbar, dass ich mit ihnen mitfühlen konnte. Wichtige Entdeckungen und vor allem das Ende kamen für mich sehr überraschend, aber alles war plausibel und passend (auch wenn das Ende mir etwas zu schnell kam, plötzlich fühlte ich mich etwas ausgeschlossen, weil der Leser bei wichtigen Erkenntnissen etwas außen vor gelassen und dann vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, aber das kann ich verkraften). Und jetzt bleibe ich noch ein wenig sitzen und miepe weiter vor mich hin…

9 von 10

9/10 Sterne

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Neil Gaiman (Autor) & Dave McKean (Illustrator): Black Orchid
Graphic Novel, 2009, Vertigo / Panini Comics

“Blumen starren halb aus kühlen, bekannten Gesichtern. Ein stiller, tiefer Ort, der Garten.
Hier komme ich her… Wohin gehe ich?”

Ich muss zugeben, ich hatte keinerlei Ahnung, was mich hier erwartet. Mit einem Comic aus dem Batman-Universum hatte ich also am wenigsten gerechnet 😀 Erzählt wird hier praktisch die Origin-Story der Superheldin Black Orchid. Und ihr Tod. Und ihr Erwachen. Irgendwie. Geschrieben ist es eigentlich wirklich typisch Gaiman-ish (jedenfalls so wie alles, was ich bisher von ihm las): schöne Sprache, nicht alles wird erklärt, oft mehr fühlendes Verstehen als faktisches (ich kann es nicht erklären ^^°), vieles wirkt verwischt oder verschwommen wie nasse Farbe oder Tine auf feuchtem Papier. Aber irgendwie ist das gar nicht so verkehrt, es passt wunderbar zu den Bleistift- und Aquarellartigen Zeichnungen von Dave McKean. Dabei sind vor allem die Welten der Orchidee in diesen verwaschenen Farbaufträgen gehalten, während die „harte, kalte Realität“ mit Bleistift und viel Kontrast aufwartet. Für mich definitiv ein Werk, dass ich noch öfter in die Hand nehmen werde – und sei es nur, um die tollen Zeichnungen immer wieder anzuschauen.

9 von 10

9/10 Sterne

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Rick Riordan (Autor), Robert Venditti (Autor) & Attila Futaki (Illustrator): Percy Jackson 2 – Im Bann des Zyklopen
Comic, 2013, Carlsen Comics

Percys Schuljahr verlief relativ ruhig und er könnte sich auf den zweiten Sommer im Camp Half-Blood freuen, wenn da nicht diese ständigen Albträume wären, in denen sein bester Freund Grover in Gefahr schwebt. Als sich diese Träume als real herausstellen und jemand den Baum der Thalia vergiftet, der das Camp Half-Blood vor Angriffen schützt, wird klar, dass nur das goldene Vlies noch helfen kann. Doch dafür müssen die Helden durch die See der Monster…

Ich liebe die Bücher der PercyJackson-Reihe sehr und finde die Filme ganz okay (wenn von all den Abweichungen mal abgesehen wird), daher war ich gespannt, wie sich der Comic so schlägt. Und war dann doch eher enttäuscht.
Die Geschichte ist gut umgesetzt, ohne Frage. Alles wichtige wurde gezeigt oder erwähnt, soweit ich mich noch an den Buchverlauf erinnere. Die Zeichnungen wiederum waren eher nur okay, wobei es ein paar großartige Panels gab, aber viele Bewegungen wirkten steif oder sogar unfreiwillig komisch. Auch ähnelten sich die Charaktere von Aussehen her stark, was es – zumindest für mich – schwer machte, ein Gefühl zu ihnen aufzubauen. (Außerdem sah Luke aus wie über 30??) Ich hatte ebenfalls das Gefühl, dass vieles eher gesagt als gezeigt wurde, stattdessen waren Panel dabei, die ich für den Lesefluss unpassend und fast störend empfand.

4 von 10

4/10 Sterne

 


 Filme / Serien:

Marvel’s Jessica Jones, Staffel 1
Krysten Ritter, David Tennant, Rachael Taylor, Carrie-Ann Moss, Mike Colter, …
2015, Netflix

They say everyone’s born a hero. But if you let it, life will push you over the line until you’re the villain. Problem is, you don’t always know that you’ve crossed that line. Maybe it’s enough that the world thinks I’m a hero.

Jessica Jones (Krysten Ritter) hat übermenschliche Kräfte, doch bevor sich so etwas wie eine Superheldinnenkarriere anbahnen kann, kommt es zu  einem schwer traumatischen Erlebnis. Als Privatdetektivin hält sie sich über Wasser, als ihre Vergangenheit sie wieder einzuholen droht, die doch nicht so tot  scheint wie Jessica geglaubt hatte…

I don’t know how you handle it.“ – „It’s called whiskey.

Zu allererst: Die Serie muss eigentlich mit so vielen TW (Trigger Warning) gekennzeichnet werden, dass alle aufzuzählen hier den Rahmen sprengen würden. Die stärksten sind (für mich): ptsd, panic arracks, r*pe, abuse (in jeglicher Form), sex, graphic violence. Mir persönlich hilft es, über TW Bescheid zu wissen, um mich auf bestimmte Dinge einzustellen.
Die erste Folge musste ich trotzdem mehrmals pausieren und tief durchatmen, weil sie mich sehr mitnahm. Die Darstellung von Jessicas Panikattacken waren für mich so vertraut, dass ich immer wieder Abstand davon nehmen musste. Mit der Zeit ging es, aber phew, diese erste Folge…
Jessica ist (leider?) ein Charakter, den eins nicht unbedingt sofort ins Herz schließt. Sie ist verletztend ihren Mitmenschen gegenüber und tritt eigentlich jedem auf die Zehen. Für mich war es aber durch ihre Vorgeschichte und alles, was sie erlebt hat, durchaus nachzuvollziehen. Als role model sollte sie trotzdem nicht unbedingt dienen.
Die Serie lebt auch von allen großartigen und guten weiteren Haupt- und Nebendarstellern. Erwähnt werden muss auf jeden Fall David Tennant, er ist in seiner Rolle einfach nur gruselig gut und ich habe den Charakter Killgrave mehr verabscheut als gehasst – und selbst hier haben es die Macher kurzzeitig geschafft, in mir einen Funken Mitleid für ihn zu erzeugen. Sehr sehr kurzzeitig. 😉
Trotz aller schwierigen Dinge gefiel mir die Serie außerordentlich gut. Ähnlich gut wie Daredevil (ebenfalls von Netflix), eigentlich sogar noch etwas besser. (Bei Daredevil war mir die physische Gewalt zu stark, ich sag nur Fisk und Autotür. Ieks.)  Es wird nichts beschönigt, die Folgen von (allmöglichem) Missbrauch ziehen sich durch alle Episoden und trotz übernatürlicher Kräfte ist es dadurch so verdammt real..

9 von 10

9/10 Sterne

 


Musik:

Einige meiner Lieblingslieder aus diesem Monat ❤

 

Wolves Without Teeth – Of Monsters and Men

Slow Life – Of Monsters and Men (und eigentlich generell das gesamte „Beneath the Skin“-Album)

Make a Shadow – Meg Myers

 


Sammelsurium:

Wer die Special Extended Editions von „Der Herr der Ringe“ kennt, kennt bestimmt auch die praktischen Booklets, die den Boxen beiliegen. Bei der „Hobbit“-Trilogie wurde ja leider daran gespart, aber verzagt nicht, oh Hobbitse, Elben, Zwerge und andere Mittelerdler. Ein Fan hat selbst „Der Hobbit SEE“-Booklets nach dem Design der Ring-Booklets entworfen – es gibt sie in Russisch, Englisch oder Deutsch. Einfach ausdrucken, zurechtschneiden und heften, passt perfekt!

Außerdem bin ich über Jenny Dolfen gestolpert, die wunderschöne Illustrationen anfertigt ❤ Klare Anschau-Empfehlung!

In eine ganz andere Richtung gehen da die Bilder von Dieter Braun, mir gefällt der teils malerische, teils geometrische Stil aber sehr. Und Fuchs und Buckelwal werden irgendwann mir gehören, jawoll! Das heißt, wenn größere Wohnung… und Geld… mimimi…

 

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