Gedanken zu: „Avengers: Age of Ultron“

!Spoilerwarnung!
Dieser Post enthält Spoiler zu allen bisher erschienenen Marvel-Filme sowie zur Serie „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“
!Spoilerwarnung!

 

Eigentlich wollte ich ein Review zum Film „Avengers 2 – The Age of Ultron“ (im weiteren Text „AoU“ abgekürzt) schreiben, habe aber schnell gemerkt, dass mir das nicht wirklich möglich ist. Einfach weil es mir zu schwer fällt, den Film als einzelnes Werk zu sehen und nicht eingebettet im komplexen Marvel Cinematic Universe (MCU). Trotzdem wollte ich zu einigen Dingen meine fünf Cent dazugeben, wie man so schön sagt, und so kam dieser Blogeintrag zustande.

Da es mir schon so schwer fällt, meine Gedanken manchmal in verständliche Worte zu fassen und für ordentliche Überleitungen dann manchmal wirklich kein Platz mehr ist, wird das jetzt hier eher eine Ansammlung mit verschiedenen einzelnen Themen, ich hoffe, es ist trotzdem lesbar – und vor allem nachvollziehbar, was mir so aus den Gehirnwindungen tropft 😀

Vorweg:

Ich habe bisher keinen einzigen Marvel-Comic gelesen und beziehe mein Wissen, soweit es vorhanden ist, nur aus den Filmen/Serien sowie aus einigen Wikipedia-Artikeln sowie meinen eigenen Interpretationen. Da sich das MCU nicht immer direkt auf die Comicgeschehnisse bezieht, ist das aber vielleicht gar nicht so schlimm 😉 Allerdings neigte ich schon in der Schule dazu, überall viel zu viel hinein zu interpretieren und auch gerne anders als meine Mitschüler, auch wenn mein Deutschlehrer immer meinte, es gäbe keine falschen Interpretationen, solange man seine Meinung klar und anhand der Quelle begründen kann ^^

Außerdem habe ich momentan kein Internet (halt, das wäre gelogen, ich habe noch mein gedrosseltes Internet übers Smartphone, haha. ha.) und habe daher keines der Interviews oder Videos gesehen, welche zum Teil die Runde machten und weshalb das halbe Internet anscheinend manche Mitwirkende des Films nicht mehr leiden kann. Natürlich habe ich von so manchen Aussagen gelesen, aber solange ich da nicht selbst alles gesehen habe und somit die Situationen etwas besser nachvollziehen kann, versuche ich, mir dazu keine Meinung zu bilden.

 

Film allgemein

AoU zählt auf jeden Fall zu den Filmen, die ich mir unbedingt noch mindestens ein zweites Mal ansehen will, weil ich das Gefühl hatte, beim ersten Mal gar nicht alles aufnehmen zu können. Während ich von anderen hörte, ihnen gefielen die Action-Szenen am besten, fand ich diese teils schon etwas ermüdend und hätte mir weniger davon gewünscht. Auch kamen mir am Anfang des Films in Sokovia einige Szenen etwas schlecht animiert vor, keine Ahnung. Dafür gefielen mir einige andere Szenen sehr sowie viele Effekte, und die Musik war toll (schön, dass Themen von Alan Silvestri aus dem ersten Film übernommen wurden, beispielsweise das „Helicarrier“-Thema, welches ich sehr mag und was natürlich dann erklang, als der Helicarrier auftauchte).

 

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Clint Barton – Hawkeye

Dass Clint eine Familie auf einer Farm irgendwo im Nirgendwo hat war für mich wohl eine des besten Überraschungen des Films. Und auch wenn ich meinem Traumpaar Clintasha jetzt etwas hinterher weine (was heißt hier etwas, IT WAS MY HEADCANON DREAM PAIRING!), so verstehe ich die Entscheidung von Joss Whedon doch, beide einfach nur Kollegen und gute Freunde sein zu lassen. Und es bringt eine sehr schöne menschliche Komponente in die Avenger-Truppe, denn mit all den Göttern und Superwesen verliert sich das einfache und menschliche doch sehr schnell aus den Augen.

 

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Natasha Romanoff – Black Widow

Sehr schön, wie man durch Scarlet Witchs Angstmanipulationsmagiedingens einen Einblick in Natashas Vergangenheit bekam. Wer die Serie „Marvel’s Agent Carter“ gesehen hat, wurde dort mit dem Black Widow-Programm schon etwas bekannt gemacht, aber hier bekamen wir eben ein wenig Natashas eigene Geschichte mit.

Schon vor dem Film bekam ich mit, dass viele Joss Whedon vorwarfen (und es noch immer tun), Natashas Rolle kaputt geschrieben zu haben und dass sie ja nur ein love interest war und nichts weiter. Daher hatte ich immer ein wenig versucht, da drauf beim Schauen zu achten, und auch wenn ich die Meinungen verstehen kann (einige Reaktionen umso weniger), so habe ich diese „Probleme“ im Film nicht so wahrgenommen. Vielleicht interpretiere ich die Szenen mit ihr anders oder bin noch nicht so bewandert im feministischen Bereich, dass ich vieles als okay ansehe was eigentlich nicht okay ist, ich weiß es nicht. (Nur nebenbei erwähnt finde ich es auch nicht in Ordnung, eine einzige Person für die ganze Misere verantwortlich zu machen – Mr. Whedon war Drehbuchautor und Regisseur, klar, aber keiner von uns weiß, wie viel Marvel selbst dort seine Finger drin und eventuell vorgeschrieben hatte.)

Da wäre zum einen ihre Beziehung zu Bruce Banner. Klar, ohne diesen Arc und dem bisschen aus Tashas Vergangenheit hätte sie kaum eine eigene Story in dem Film gehabt, aber die hätte Thor ohne die See-In-Höhle-Szene und den Mjölnirwitzen auch nicht. Und ich fand diese Annäherungsszenen als Charakterentwicklung für Natasha und Bruce doch sehr wichtig. Bei Natasha sehen wir, wie sie langsam beginnt, sich jemand anderem zu öffnen. Wie viel Clint von ihrer Vergangenheit etc weiß, das wissen wir nicht. Fest steht, dass sie für ihn wohl eine gute Freundin ist und auch einen Platz in seiner Familie hat („Tante Natasha“). Ansonsten spielte sie zwar gerne die Femme Fatale (zumindest im zweiten IronMan-Film), aber bis auf die Zusammenarbeit mit Captain America in dessen zweitem Film hielt sie sich sehr verschlossen allen anderen gegenüber. Und wenn man so darüber nachdenkt, ist Bruce eine sehr nachvollziehbare Wahl – er ist kein Killer. Alle anderen der Avenger-Truppe töten, wenn es nötig ist. Und ja, daher würde ich Clint, Steve, Tony und Thor schon so bezeichnen. Bruce hingegen ist Wissenschaftler, er würde keinen einfach so umbringen und er hat wahnsinnige Angst davor, unkontrolliert zum Hulk zu werden und Menschen zu verletzen. Er ist in diesem Sinne Natasha am Unähnlichsten, aber gleichzeitig auch ein Mensch, der das Chaos um ihr Leben herum verstehen kann, weil er selbst zum Teil mit drin steckt. Auch wenn ich hier voll und ganz verstehen, dass eine Liebesgeschichte für Natasha nicht unbedingt nötig gewesen wäre, so passt er doch zu ihrer Charakterentwicklung nach „Captain America 2“ – dort stellte sie fest, dass sie fast nur nach Befehlen gelebt hat und sie diese dank SHIELDS Unterwanderung durch HYDRA nun nicht mehr alle nur als „für das Gute“ bezeichnen kann. Sie hat immer nur nach den Regeln anderer gelebt und beginnt jetzt, einige Dinge selbst in die Hand zu nehmen, weil sie merkt, dass sie selbst ihren Auftraggebern nicht mehr wirklich vertrauen kann. Generell wurde ihr Vertrauen dadurch wohl sehr zerstört und daher ist es für mich nachvollziehbar, wenn sie sich nun ein gewisses Gefühl von Vertrauen, Stabilität (okay, das ist bei Bruce/Hulk wohl ein wenig witzlos) und eben Liebe woanders zu holen versucht, daher kam es nicht so aus der Luft gegriffen wie viele meinen. Für mich jedenfalls. Und ja, es hätte trotzdem auch ein anderer Weg gewählt werden können… (Es kam mir aber Bruce fast mehr love interestiger vor als Natasha, ehrlich ^^)

Als zweites ihr Training zur Black Widow und der Red Room. Natasha wurde seit ihrer Kindheit zur Attentäterin ausgebildet und im Verlauf dessen sogar sterilisiert, damit alle Wurzeln, die sie schlagen könnte, von vornherein ausgemerzt werden. Als sie Bruce auf der Farm davon erzählt, bezeichnet sie sich selbst als „Monster“, wobei ich es nicht so verstand, dass sie sich so nennt, weil sie keine Kinder bekommen kann. Nein, sie sieht sich selbst als Monster, weil sie zu einer Tötungsmaschine gemacht wurde und ihr mit der Sterilisation eine der Möglichkeiten genommen wurde, diesem Leben den Rücken zu kehren und wieder „normal“ zu werden. Klar ist Kinderkriegen nicht das einzige, was Normalität bedeuten kann, aber für sie ist es etwas in ihr, etwas was ihr für immer und ewig im Gedächtnis bleiben wird. Für sie ist ein Leben, wie Clint es hat, nicht möglich, mit Ehemann und Kindern. Natürlich bleiben auch noch viele Wege offen, wie Adoption oder gar keine Kinder, aber für sie scheint das trotzdem nicht ausreichend. Ihr wurde etwas genommen, von dem sie früher vielleicht noch gar nicht gewusst hat, wie sehr es ihr etwas bedeuten würde.

Und dann gab es noch die Stelle mit der Entführung Natashas durch Ultron, denn mal wieder wird hier die einzige Frau im Team entführt. Ja… wer sonst? Nicht, weil Tasha eine Frau ist, nein, wirklich: Wer sonst? Sie war nun mal die einzige in der Nähe, die Ultron weghiefen konnte – Thor wäre wegen seinen Blitzen und Mjölnir eine blöde Idee, Hulk sowieso, Iron Man oder Captain America hätten ihm in dem Moment auch mehr Schwierigkeiten gemacht, Quicksilver war nicht zu fangen und bei Scarlet Witch war er sich möglicherweise nicht so sicher, in wie weit ihre Kräfte auch ihm gefährlich werden könnten. Und Hawkeye saß im Jet. Blieb also Black Widow als einzige, für ihn gute Wahl (okay, sie hätte ihn Elektroschocken können, aber ob das ausreichend gewesen wäre?). Und auch wenn Ultron die Entscheidung wohl in einem Sekundenbruchteil fällen musste: Er hatte sich die SHIELD-Akten heruntergeladen, in denen bestimmt etwas über die Beziehungen der einzelnen Avenger stand. Und Natasha verband mit fast allen einiges, sei es nun persönliche Beziehungen oder kollegiale, daher war sie eine gute Geisel bzw. Möglichkeit, die anderen nach Sokovia zu locken.

 

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Bruce Banner – Hulk

Die Szenen, die Bruce wieder mit Tony bekam (aka Science Brothers), fand ich sehr toll, die beiden harmonieren als Wissenschaftler sehr gut zusammen.
Allerdings hat mich die Tatsache, dass Bruce sehr viel Angst vor Hulk und Kontrollverlust hatte, ein wenig irritiert, wirkte er für mich doch am Ende des ersten Avenger-Films so, als beginne er, seine grüne Seite zu akzeptieren. Hier zeigt sich für mich ein kleiner Nachteil des ganzen MCU auf: In „Captain America 2“ wurde durch HYDRA die Organisation SHIELD völlig zerstört und obwohl Extremis in „Iron Man 3“ und die Dunkelelfeninvasion in „Thor 2“ auch Nachwirkungen bei einigen Charakteren haben werden, so wird sich doch SHIELDs Zusammenbruch auf alle Avengers ausgewirkt haben (gut, Thor vielleicht nicht so sehr), weil sie alle da mit hineingehörten. Nur sah man von einigen Charakteren nicht, wie sie darauf reagierten und ähnliches, weshalb hier eigentlich nur Spekulationen bleiben.
Vielleicht ist Bruce daher wieder unsicherer, vielleicht rührt es auch woanders her, ich weiß es nicht. Mir fiel jedenfalls auf, dass Bruce Angst vor dem Hulk hat – und der Hulk sozusagen Angst vor Bruce bzw. Bruce selber Angst vor der Rückverwandlung von Hulk wieder zurück zu ihm selbst. Er hat Angst davor festzustellen, dass der Hulk in seiner „Abwesenheit“ großes Unheil angerichtet hat – und genau diese Angst wird dann auch dank Scarlet Witch wahr. Es ist ein Teufelskreis, der auch in diesem Film nicht gelöst wurde, weshalb ich hoffe, dass das in einem der nächsten Filme noch aufgegriffen wird.

Schön war, wie versucht wurde, den Hulk mit Hilfe von Black Widow und einer Konditionierung zum Rückzug zu bewegen, denn wenn Bruce von innen selbst noch keine Rückverwandlung erreichen kann, war das eine gelungene und nachvollziehbare Entwicklung.

 

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Thor

Bei seiner Storyline war ich etwas verwirrt: Da holt er Dr. Selvig, um… ja was eigentlich? In einen magischen See zu steigen, der ihm erlaubte, seinen von Scarlet Witch verursachten „Traum“ nochmal anzusehen? Das ließe sich noch erklären, aber warum genau brauchte er Dr. Selvig dafür und was hatte dieser die ganze Zeit für eine Schachtel in der Hand? Da eine kleine Szene fehlte, die aber im Trailer vorkam denke ich, dass hier ein wenig geschnitten wurde und das wohl nicht zum besseren. Für mich wäre es auch nachvollziehbar gewesen, hätte Thor sich später in Ruhe nochmal auf seine Traumvisionen konzentriert und dann das mit dem Infinity Stone herausgefunden, anstatt diese See-Szene einzubauen, die dann doch irgendwie reingequetscht wirkte. Außerdem vermisste ich irgendwie Loki und Odin in der Valhalla-Vision…

Dafür waren die ganzen Szenen um seinen magischen Hammer klasse – wie Mjölnir bei Caps einfach mal gewackelt hat und Thor das Grinsen aus dem Gesicht fiel, hach ja 😀
Generell hatte Thor zwarkeine großartige Charakterentwicklung in diesem Film, was aber nicht so schlimm ist, gab es doch sehr viele Hauptcharaktere und er hatte ja auch schon zwei Solo-Filme.

 

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Steve Rogers – Captain America

Der gute Steve war wohl neben Thor der Einzige, dem von Scarlet Witch gezeigte (Angst)Vision etwas gebracht hat, jedenfalls hatte ich das Gefühl, dass er dadurch nun wirklich realisiert hat, dass die Vergangenheit vorbei ist und er nicht mehr in sein altes Leben zurück kann und aufhören muss, sein altes Selbst zu sein und sein neues Selbst entdecken muss. Er ist ein Soldat, er lebt nach Regeln und Ordnung, die durch die Ereignisse in seinem zweiten Solo-Film so ziemlich durcheinander geworfen wurden.

 

 

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Tony Stark – Iron Man

In „Iron Man 3“ litt Tony an PTSD, aber durch all die Ereignisse dort und das Ende dachte ich, er wäre dabei, es alles zu verarbeiten. Wohl eher aber hat sich das alles einfach nur in etwas anderes gewandelt. Und zwar hat Tony solche Angst davor, wieder einmal unterlegen zu sein, nicht alle retten zu können und gegen eine höhere Macht einfach gar nichts ausrichten zu können, dass er all seine Energie und Pläne darauf fokussiert, einen Angriff oder generell das Entstehen von Bedrohungen zu verhindern. Diese Angst zeigte ihm ja auch Scarlet Witchs Vision, in der seine Freunde tot vor ihm lagen und er als einziger Überlebender hilflos mit ansehen musste, wie wieder eine außerirdische Armee die Erde angreifen, die nun keine Verteidigung mehr hat.

Doch anstatt an der Angst zu arbeiten und sie vor allem zu VERarbeiten, krallt er sich daran fest und tut alles, um sie im Zaum zu halten. Angst vor der Angst, sozusagen. (Ich kenne das nur zu gut, daher ja, sowas ist möglich. Und schwierig zu umgehen.)

Daher das ganze „Schild für die Welt“-Gerede, er will die Welt so stark sichern, dass keine Gefahr mehr von außen (Asgardier, Chitauri, Thanos, who/whatever) eindringen kann, aber auch keine Gefahr von innen (HYDRA) – denn HYDRAs Putsch muss Tony auch getroffen haben, er wurde zwar (wie viele andere auch) nicht gezeigt mit seinen Reaktionen darauf, aber ich glaube, dass es seine Angst noch mehr verstärkt hat. Also versucht Tony, etwas zu erschaffen, das alles kontrolliert und überwacht und bewacht. Dass das nicht die beste Idee ist und es nun mal nicht möglich ist, alles schön und sicher zu machen, ohne dabei Dinge einzuschränken oder zu übertreten, das ignoriert er bzw. empfindet er als angebrachten Preis.

Auf jeden Fall schien Tony schon sehr viel dafür zu tun, die Welt sicherer zu machen, in dem er die Avenger-Initiative nach SHIELDs Zusammenbruch finanzierte und anscheinend auch Hilfs- oder Rettungstruppen beauftragte, wahrscheinlich vor allem, um bei den Schäden, die die Avengers doch mal anrichten, schnell zu helfen. Aber ich glaube nicht, dass es bei allen gut ankam. Immerhin war Tony früher Waffenfabrikant (und das wird die Welt nicht vergessen) und auch wenn er sehr viel Gutes tut, wird es vielen vielleicht wie Ablasshandel vorkommen oder vielleicht sind viele Menschen auch der Meinung, er mischt sich einfach zu viel ein, weil er eben ÜBERALL ist. Das zeigte sich schon etwas zu Beginn des Films in der Stadt, in die er seine „Drohnen“ schickte, um die Bevölkerung aus dem Schussfeld zu halten. Dort waren IronMan-Graffitis an einer Mauer, doch deren Köpfe waren mit Farbe übermald worden. Anscheinend war Iron Man bzw. alle Drohnen nicht so beliebt dort vor Ort, wer weiß.

Trotzdem reichte ihm das alles nicht und er stellt also eine A.I. über das menschliche Bewusstsein und Denken, weil er vielleicht glaubt, das eine künstliche Intelligenz unfehlbar ist („Person of Interest“ lässt da irgendwie sehr grüßen). Doch Ultron war so nicht beabsichtigt, wie er nachher wurde, JARVIS merkte ja an, dass Ultron noch Empathie fehlen würde und seine Programmierung noch fehlerhaft sei, aber leider war Ultron trotzdem schon stark genug. Ultron war für ihn DAS Abwehrprogramm für alle Bedrohungen von Innen und Außen. Und wenn man Tonys vorherige Charakterisierung so ansieht überrascht es nicht, dass er es unbedingt verwirklichen wollte, auch hinter dem Rücken seiner Mitstreiter und Freunde. Vor allem mit der Angstvision von Scarlet Witch vor Augen, die ihn wohl mit am Stärksten von der ganzen Gruppe traf.

Tony ist für mich ein sehr vielschichtiger Charakter, der sich aber leider nicht nur zum Besseren entwickelt…

 

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Wanda & Pietro Maximoff –
Scarlet Witch & Quicksilver

Zählen die Zwillinge jetzt eigentlich auch zu den Inhumans oder sind sie wieder etwas anderes? So ganz wurde es ja nicht erklärt, oder? Klar ist, dass Strucker mit Hilfe des Zepters Experimente an Menschen durchführte und sie die einzig Überlebenden waren. Vielleicht konnte HYDRA aus dem Zepter und dem Wissen um die Diviner (aus „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“) eine Art künstliche „Terrigenesis“ erzeugen, und wenn die Twins Inhumanveranlagung hatten, würde das Sinn machen. Da fehlte mir noch etwas Erklärung – oder ich habe nicht aufgepasst und ihr könnt mich gerne eines Besseren belehren 😉

quicksilverBei der großen Ansammlung an Charakteren blieben die Zwillinge leider etwas blass, wobei ihre Handlungen durch die tragische Vorgeschichte und spätere Entdeckungen schon gut nachvollziehbar waren. Scarlet Witchs Kräfte fand ich sehr gut umgesetzt und gezeigt und auch Quicksilvers extreme Schnelligkeit war sehr gut dargestellt (wobei ich die Art und Weise der Darstellung in „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ etwas schöner fand – dafür wirkten hier Pietros Haare so viel natürlicher als bei den Mutanten xD).

Einen Punkt, bei dem ich immer noch mit mir selbst streite, ob er gut war oder nicht, kam zum Ende (Achtung, SPOILER!).

Ich habe ja schon den ganzen Film lang um Hawkeye gebangt, denn oft ist es ein sehr schlechtes Zeichen, wenn von einem Charakter plötzlich die liebende Familie eingeführt wird und der Charakter in den Kampf zieht und ihnen verspricht, wiederzukommen. Häufig überlebt der dann nämlich nicht. Doch dass hier stattdessen Pietro getötet wird, der die für Hawkeye bestimmten Kugeln abfängt, das war für mich eine überraschende Wendung.

Zum einen war die Entscheidung richtig richtig gut, denn in den letzten Filmen hat eigentlich jeder der Avenger und fast alle ihnen nahestehende Personen überlebt und so war es nur eine Frage der Zeit, bis es mal einer nicht schafft. Und dass es Quicksilver traf, hatte die Vorteile, keine der schon vorher extrem beliebten Figuren rauszustreichen und Scarlet Witch noch eine tragischere Note zu verpassen – ich zitiere hier mal grob einen Post von tumblr: „Die ganze Zeit zeigte Wanda allen ihre größten Ängste, und nachher war es allein ihre größte Angst, die zur Realität wurde.“ (Ja, nicht ganz, Natasha sah ja Vergangenheit etc., aber so grob passt es).

Zum anderen fand ich diesen Tod aber auch schrecklich, mir blutet immer noch das Herz. Ich befinde mich immer noch im Denial und hoffe sehr, dass er wieder kommt, miep. Coulson, Fury und Loki sind/waren ja auch nicht ganz so tot, wie man sich erst dachte, aber genau deswegen befürchte ich, Pietro wird es bleiben…

 

ultron
Ultron

Ich mag menschenähnliche Roboter und Androiden so schon nicht wirklich (außer C3PO :D), von daher war Ultron für mich allein schon so beängstigend. Und dass er dann noch Pinocchio zitierte/nachsang war dann noch gruseliger.

Man merkte aber sehr stark, dass sein Interface von Tony entwickelt wurde, seine Art und Weise zu sprechen und das Sarkastische hatte er definitiv von „Daddy“. Nur eben noch krasser und teilweise echt makaber.

Und für einen Filmbösewicht machten seine Beweggründe sehr viel Sinn. Wie eigentlich in vielen utopischen Geschichten, in denen Maschinen beschließen, nur mit der Vernichtung der Menschheit könnte die Welt gerettet werden. Der Mensch ist sich nun mal selbst der größte Feind, leider wahr. Und dass er zuerst die Avenger ausschalten wollte, die eben die Menschenheit beschützen, lag da dann auch sehr nah.

 

vision
Vision

Von ihm hatte ich im Vorfeld tatsächlich noch gar nichts gehört, ich bin positiv überrascht, wie sehr ich mich doch von Spoilern fernhalten konnte 😀 Auf dem Kinoposter sah man zwar eine schwebende Silhouette, aber ich ging wie manch andrer davon aus, dass es sich dabei eventuell um Dr. Strange handeln könnte… Aber ich habe mich sehr gefreut, dass tatsächlich Paul Bettany Vision spielt, das war so ein Hach-Moment :3 Generell toll, dass JARVIS jetzt einen eigenen Körper hat, wobei ich es schon schade finde, dass Tonys neue unterstützende A.I. FRIDAY noch etwas langweilig wirkte. JARVIS trockener Sarkasmus war immer sehr schön, das fehlte mir bei Vision generell noch etwas.

Und ich muss sagen, so sehr ich Vision auch mag bzw. mich darüber freute, so unsicherer werde ich mir gerade, wenn ich nochmal darüber nachdenke… Ultron bezeichnete ihn als naiv und ja, so kam er wirklich rüber. Und Naivität ist zwar niedlich, kann aber auch negative Züge annehmen bzw. in die falsche Richtung schlagen. Ich hoffe, dass Vision weiterhin auf der Seite der Guten bleibt, ehrlich. Noch einen wildgewordenen Androiden – und dann noch mit einem Infinity Stone – kann die Welt dort wirklich nicht gebrauchen.

 

nick_fury
weitere Charaktere

Schön, wie neben der Avenger-Truppe auch nicht andere Charaktere aus den Einzelfilmen vergessen wurden, wie James „War Machine“ Rhodes und Sam „Falcon“ Wilson, wobei ich Falcon beim Kampf um den Stadtmeteoriten schon etwas vermisst habe. Und immerhin wurden Pepper Potts und Jane Foster erwähnt, wenn auch nicht gezeigt. Hier bin ich mir übrigens nicht sicher, wie ich die „Frauenvergleich“-Szene zwischen Thor und Tony finden soll. Zum einen ist es schön, weil jeder versucht, den anderen mit den Taten seiner Freundin zu übertrumpfen, es zeigt einen gewissen Stolz auf sie und ihre Erfolge. Zum anderen hat es was von „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht“, also von Objektifizierung und Besitzanspruch – und genau das ist einfach nur falsch. Ich gehe aber wohl mit der ersten Variante…

Was mich auch sehr freute war Hayley Atwell kurzer Auftritt als Peggy Carter ❤ Das sind so kleine Dinge, die nicht viel Gewicht in der Story haben, mich aber immer wieder freuen weil es einfach zeigt, dass die Charaktere nicht vergessen werden.

Von der Wissenschaftlerin, mit deren unfreiwilligen Hilfe Ultron sich den Vision-Körper erschuf, hätte ich allerdings gerne ein wenig mehr erfahren, immer her mit den weiblichen Charakteren! 😉

 

Infinity-Stones

Nachdem in „Guardians of the Galaxy“ diese Steine schon ein wenig mehr erklärt wurden, hatten wir hier also die erste größere Verbindung (neben dem Collector) zwischen „Guardians“ und dem Rest des MCU. Nun befindet sich also der Tesseract in Asgard, der Orb auf Xandar, der Äther vielleicht noch beim Collector (ob ihm die Explosion was ausgemacht hat?) und der Gedankenstein auf der Erde bei Vision („mind stone“ klingt übrigens viel schöner). Fehlen noch zwei Steine, wenn ich das bei Wikipedia richtig gelesen habe. Ich frage mich nun, ob Thanos davon noch ein oder zwei Steine besitzt oder ob er tatsächlich seinen einzigen Infinity-Stone im Zepter an Loki gab (wenn ja, dann blöde Idee Thanos, ganz blöde Idee). Dass der Gedankenstein im Zepter steckte erklärt dann natürlich, wie Loki damit alle Menschen in „The Avengers“ kontrollieren konnte. Doch wenn das Zepter von Thanos kam, war Loki dann wirklich immer selbst Herr seiner Sinne oder wurde er auch von dem Stein bzw. Thanos dahinter kontrolliert bzw. beeinflusst (vielleicht weniger und unbewusst weil er Asgardier ist- halt nein, Jotunheime)? Oder aber ich suche schon wieder nach einem Weg, seine Taten zu erklären, ups. Aber hat der Stein dann eigentlich ein Eigenleben, so wie es beispielsweise der Äther hatte, oder ist das eine Fähigkeit, die nur dem Äther vorenthalten bleibt?

Auf Wikipedia gibt es so eine kleine Liste, welcher Stein mit welcher Farbe welche Kraft hat:
Red          –          Power
Yellow     –          Reality
Blue         –          Mind
Purple     –          Space
Orange    –          Time
Green      –          Soul

Im MCU wird das wohl ein wenig vertauscht, weil Mind hier jetzt der gelbe Stein ist und nicht der blaue. Also eher:
Red          –          Reality (weil der Äther entgegen den Gesetzen der Physik alles hätte
                          auslöschen können und die Realität verändert hätte)
Yellow     –          Mind (ganz klar)
Blue         –          Space (der Tesseract erschuf halt Türen zwischen den Welten)
Purple      –         Power (der Orb war einfach nur reine Energie, oder?)
Also würden noch Time und Soul fehlen, Orange und Grün…

Und praktisch, dass es wohl zwei Handschuhe für die Infinity-Stones gibt, denn ich möchte sagen, dass sich einer davon in Odins Schatzkammer in Asgard befand – oder Loki hat den geklaut und an Thanos weitergegeben, wer weiß 😀

 

Auswirkung auf das weitere MCU

In der Serie „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“ gibt es schon einige Auswirkungen zu spüren, wie beispielsweise „real“ S.H.I.E.L.D., die verhindern möchte, dass wieder nur eine Person allein weitreichende Entscheidungen trifft (wegen Ultrons Erschaffung durch Tony).

Weitere starke Auswirkungen gibt es natürlich auf die Zusammensetzung der Avenger (wie Bruce Banner / Hulk, der sich von den anderen abgesetzt hat, und neue Avenger wie Scarlet Witch und Vision) sowie die Zusammenarbeit der Charaktere (Konflikt Tony/Steve) und die einzelnen Charakterentwicklungen. Ich bin gespannt (und habe etwas Angst), wohin das führen wird…

 

Kurze Anmerkungen zum kommenden „Civil War“

WEITERLESEN AUF EIGENE GEFAHR! (kann also gerne übersprungen werden)

Was ich als Thematik für diesen Film aus diversen Wikipedia-Einträgen und sonstigen Internetkommentaren herauslese, ist ein massiver Konflikt zwischen Tony Stark und Steve Rogers, der in AoU schon sehr häufig durchbrach.

Tony auf der einen Seite, der die Welt vor allen Bedrohungen schützen will (am besten bevor sie entstehen) und der daher eine Katalogisierung aller Wesen mit übermenschlichen Kräften anstrebt. Wieder etwas, was in „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“ mit dem sogenannten Index schon gut aufgezeigt wird. Steve auf der anderen Seite sieht es als Eingriff in die Freiheit und Selbstbestimmbarkeit der Menschen (und anderen Geschöpfe mit solchen Kräften). Es ähnelt sehr den Ereignissen in den „X-Men“-Filmen, in denen Mutanten auch kenntlich gemacht werden sollen.

Ob es nur Tony VS Steve wird oder sich die weiteren Charaktere auch für bestimmte Seiten entscheiden, da bin ich mir noch nicht sicher. Auf jeden Fall kann ich aber jede Seite jetzt schon völlig verstehen und es war schon in AoU für mich schlimm anzusehen, wie dieser Konflikt einen Keil zwischen Iron Man und Captain America trieb.

Ach Mensch, ich habe jetzt schon Angst davor…

 

Angst – das große Thema zur Zeit?

Mir fiel im Nachhinein noch auf, dass es in AoU doch sehr stark um Angst geht. Scarlet Witchs zeigt den Avengers zum Teil ihre größte Angst und Tonys Ideen zu Ultron und seine Entscheidungen basieren auch sehr auf der Angst davor, alles zu verlieren und machtlos gegen eine höhere Macht zu sein. Auch in der Serie „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“ spielt Angst momentan eine große Rolle, die Angst der Inhumans vor S.H.I.E.L.D. und vor dem, was ihnen angetan werden kann (Index, Experimente, Gefangennahme, Vernichtung) und natürlich S.H.I.E.L.D.s Angst vor den Kräften der Inhumans.

Natürlich ist Angst um geliebte Personen und vor bestimmten Ereignissen in sehr vielen Serien und Filmen die treibende Kraft, aber mir scheint es, dass es momentan ein wenig überhandnimmt. Entweder bemerke ich es jetzt nur stärker oder es tritt zur Zeit wirklich stärker auf, ich weiß es nicht. Aber wenn ich das so mit der momentanen Weltsituation vergleiche, wo auch Angst immer stärker zu werden scheint, dann wird mir schon ein wenig mulmig…

 

Mir schwirrt von all den Überlegungen immer noch etwas der Kopf, aber es tut schon gut, sie (halbwegs) zu ordnen und niederzuschreiben. Und wofür ist das Internet sonst da, wenn nicht für das Herumwerfen von Gedanken, Katzenvideos und Essensbildern? Ja okay, auch für porn 😛

Das waren jetzt übrigens über 6 normale Word-Seiten in A4, wer es bis hier her ausgehalten hat, der bekommt einen virtuellen Keks 😉

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One thought on “Gedanken zu: „Avengers: Age of Ultron“

  1. WO IST MEIN KEKS?
    Gute Gedankengänge. Allerdings bemerke ich immer wieder, wie viel ihr alle bei Twitter immer reininterpretieren könnt. Egal welche Serie. Es ist erschreckend. Man kommt sich doof vor.

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