Sherlock & Ich

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Letztens wurde mir zum wiederholten Male an den Kopf geworfen, ich würde die britische BBC-Serie Sherlock ja nur wegen des Hauptdarstellers Benedict Cumberbatch anschauen. Natürlich bin ich ein großer Cumberbatch-Fan, aber Sherlock kam für mich vor meiner BC-Begeisterung.

Im September 2011 entdeckte ich die Serie Sherlock. Die erste Staffel lief da bereits im deutschen TV, wo ich auch von ihr gehört hatte, aber nicht zum Schauen kam. Irgendwann stolperte ich über Streaming-Seiten und wieder über die Serie. Von Sherlock Holmes kannte ich zu dem Zeitpunkt nur die Guy-Ritchie-Filme mit Robert Downey Jr. und Jude Law (die ich auch mag) sowie von den Romanen Arthur Conan Doyles als einziges „Der Hund der Baskervilles“ und natürlich ein wenig die Charaktere um Sherlock Holmes, Dr. John Watson, Mrs. Hudson und Holmes‘ Nemesis Professor James Moriarty. Mir waren die Personen also zum größten Teil natürlich ein Begriff.
Ich sah mir die erste Staffel also an. Auf deutsch. Und war begeistert! 🙂 Die Dynamik, die Kameraarbeit, die Musik, die Darsteller, die Fälle – alles mehr als großartig. Da „Das große Spiel / The Great Game“ (Finalfolge der ersten Staffel) mit einem netten Cliffhanger endete, sah ich mir die zweite Staffel irgendwann im Januar auf Englisch an (und kurz davor nochmals Staffel 1 ebenfalls auf Englisch). Und ja, wer die Finalfolge der zweiten Staffel „Der Reichenbach Fall / The Reichenbach Fall“ kennt bzw. aus den Originalromanen weiß, welche Szene sich an den Reichenbachfällen abspielte, der kann sich vielleicht ausmalen, wie fertig ich nach dieser Folge einfach war.

Vielleicht war es dieser Gefühlscocktail nach dieser Episode, vielleicht auch die gesamte Serie allgemein, aber mit einem Mal bekam ich Ideen. Für Zeichnungen, Geschichten, Videos. Ich setzte mich ans Keyboard und versuchte, die Serienmusik nachzuspielen, suchte mir Noten aus dem Netz und entdeckte letztendlich das Sherlock Fan Orchestra. Beschäftigte mich mit dem Schneiden von FanMusikvideos. Zeichnete eine kleine Reihe von Charakterportraits, gestaltete minimalistische Sherlock-Filmplakate (die überraschend beliebt wurden). Generell habe ich schon immer gern gezeichnet, aber zu dem Zeitpunkt fehlte mir etwas Inspiration und ich hatte mich eher dem Photographieren zugewandt – bis mir Sherlock begegnete und BÄMM eine Flut von Ideen auf mich einprasselte, von denen ich bisher nur einen kleinen Teil umsetzen konnte.

Ich begann mich für die einzelnen Darsteller und ihre weiteren Arbeiten zu interessieren, wobei ich wieder andere Dinge entdeckte, die mich zu wieder neuen Serien, Filmen, Büchern, Musik, Inspiration brachten. Ohne Sherlock wäre ich wohl auf vieles nicht (oder jedenfalls wesentlich später) gestoßen. Und ja, ich entwickelte mich mit der Zeit zu einem Cumberbatch-Fan (ich bevorzuge den Namen CumberCollective für uns Fans ;D), aber das alles kam erst nach Sherlock.

Weiterhin kam ich in Berührung mit tumblr (gaaaaanz schlecht für meine Freizeit!) und vielen anderen Fans – nicht nur von Sherlock oder Mr. Cumberbatch, sondern auch von Doctor Who und anderen Serien. Einige von ihnen traf ich sogar schon, andere möchte ich noch unbedingt treffen. Für mich als schüchternen und unsicheren Menschen ist es nun mal schwer, neue Kontakte zu knüpfen, doch über diese Fan-Dinge geht es wesentlich einfacher. Und in den letzten zwei Jahren habe ich durch das Fan-Dasein einige wirklich wirklich tolle Menschen kennen gelernt, die mir inzwischen auch viel bedeuten 🙂

Ein kleiner aber für mich ebenfalls wichtiger Aspekt ist außerdem, dass ich mich dank Sherlock und danach auch allen anderen Serien mehr mit der englischen Sprache auseinandersetzte. In der Schulzeit war mein Englisch eher mittelmäßig. Zwar hatte ich selten Schwierigkeiten im Übersetzen, aber Rechtschreibung und Grammatik brachen mir in so mancher Arbeit das Genick, sodass ich fast anfing, Englisch zu hassen. Da mir in den Serien aber teilweise einfach die Stimmen der Darsteller besser gefielen als die Synchronsprecher und aus dem ganz pragmatischen Grund, dass ich Doctor Who erst nur auf Englisch fand, begann ich, sehr viele Serien auf Englisch zu schauen, dazu gesellten sich dann natürlich Interviews, Hörspiele, Bücher und Filme. Inzwischen seh ich mich natürlich nicht als Profi, aber ich glaube, dass mein Englisch wesentlich besser ist, als es vor zwei Jahren war. Und die Sprache macht mir inzwischen auch Spaß. ^^

Sherlock habe ich also sehr viel zu verdanken. Natürlich auch einiges an Tränen und verlorenen Nerven (ooooh die Wartezeit auf Staffel drei!), aber hauptsächlich positive Dinge, die ich nicht missen möchte. 🙂

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4 thoughts on “Sherlock & Ich

  1. Ich finde es immer wieder toll, wenn man neue Dinge für sich entdeckt und beginnt sich selbst Sachen zu erschließen.
    Ich wollte auch schon lange mal eine Serie auf Englisch sehen, habe aber Angst, dass man zu wenig versteht (evtl. fallen einem auch unbemerkt Dinge nicht auf). Aber deine Erfahrungen scheinen ja sehr positiv zu sein.

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