Merida – Legende der Highlands


Merida – Legende der Highlands
(2012)

OT: Brave

USA
146 Minuten
FSK 12

Regie: Mark Andrews, Brenda Chapman & Steve Purcell
Drehbuch: Brenda Chapman & Irene Mecchi
Musik: Patrick Doyle

Deutsche Stimmen:
Nora Tschirner, Bernd Rumpf, Monica Bielenstein, Marianne Groß u. a.

Wenn du die Chance hättest, dein Schicksal zu ändern – würdest du es tun?

Im schottischen Hochland lebt die junge Merida als ältestes Kind des Königs Fergus und seiner Frau Elinor. Das Mädchen mit dem feuerroten Lockenkopf liebt ihre Freiheit über alles und galoppiert an ihren freien Tagen mit ihrem Pferd durch die Wälder und trainiert Bogenschießen. Ansonsten aber wird sie von ihrer Mutter darauf getrimmt, eine Lady und eine gute Prinzessin zu werden, sehr zu Meridas Leidwesen. Als sie erfährt, dass sie den Erstgeborenen der drei Clans Macintosh, McGuffin und Dingwall heiraten soll, der in einer von ihr ausgewählten Disziplin hervorgeht, ist sie dementsprechend entsetzt. Merida wehrt sich gegen diesen Zwang und läuft verzweifelt in den Wald, in dem sie von Irrlichtern zu einer schrulligen alten Hexe Frau geführt wird. Von dieser kauft Merida einen Zauber, der ihr Schicksal verändern soll. Doch man sollte vorsichtig sein, was man sich wünscht…

Knüpfe neu das Band, Stolz nur Kummer bringt. (Hilfestellung der Hexe)

Dieser Disney/Pixar-Film kommt überraschend erwachsen daher, worauf sich vielleicht auf die vielen negativen Kritiken beziehen, denen im Film das frische Freche aus „Ratatouille“ oder „Findet Nemo“ fehlt. Um ehrlich zu sein kann ich mich diesen Kommentaren nicht anschließen. Ich fand es jetzt nämlich nicht schlimm, dass der Film eher ernster daherkam, außerdem gab es einige tolle Einfälle wie der Kesselanrufbeantworter der Hexe. Aber jedem das Seine.

Zu den Animationen des Film kann man nur sagen: WAHNSINN! Jede Bewegung, jede Stofftextur wirkt authentisch, selbst die Atmung der Charaktere wurde animiert. In einer Szene bewegt sich Merida vorsichtig mit ihrem Pferd Angus durch den Wald, dabei wedelt das Pferd unruhig mit dem Schweif, zögert beim Gehen, bewegt die Ohren in jede Richtung. Genial.
Auch die Landschaftdarstellung der Wälder und Berge lädt zum Staunen ein. Und als Merida in schönster Mission-Impossible-Manier im Kleid einen Berg hochkraxelt und neben einem herunterdonnernden Wasserfall steht, möchte man am liebsten selbst dort oben stehen.

Um ehrlich zu sein, bei den ersten Landschaftsbildern und der wunderbaren Musik hatte mich der Film sofort 😉

Apropos Musik: Komponiert vom schottischen Komponisten Patrick Doyle (Harry Potter und der Feuerkelch) wurde mit Geigen, Dudelsack und Harfen gearbeitet und eine wunderschöne Begleitmusik erschaffen. Besonders glücklich war ich darüber, dass die im Film vorkommenden Lieder, gesungen von Julie Lewis, aus dem Original übernommen wurden. (Nun gut, bis auf das  Trinklied von König Fergus, das war auf Deutsch, aber egal ;D)

Die Synchronisation dagegen fand ich nicht so treffend. Vor allem Nora Tschirner als Merida klang für mich teilweise nicht sehr überzeugend. (Aber allein die Tatsache, dass im Original die Charaktere schottische Akzente haben, lohnt den Kauf der DVD für mich auf jeden Fall! :D)

Nun zur Geschichte im Film. – ACHTUNG, SPOILER! – Sehr schön fand ich die Idee, dass sich Meridas Mutter in einen Bären verwandelt hatte, und nicht vielleicht Merida selbst (wie beispielsweise die Hauptfigur in „Bärenbrüder“). Meridas kleine Drillingsbrüder, die drei Clanoberhäupter nebst Söhne sowie die etwas… nun ja, beschränkte Zofe sorgten für viele Lacher, wirkten aber für mich nie lächerlich oder nervig.
Anders als man vielleicht erwartet hatte, erwartete Merida am Ende des Films kein Prinz und sie konnte ihr Schicksal – die Zwangsheirat – abwenden, was mich sehr positiv überrascht hat. Zwar stellte Merida zwischenzeitlich fest, dass sie wohl, um alle Clans friedlich zu stimmen und „zum Wohle aller“ (ansonsten hätte leicht ein Krieg zwischen den Clans ausbrechen können), ihren Wiederstand aufgeben und einer Heirat zustimmen müsse, doch da kam der Überraschungsmoment von Königin Elinor, die in dem Moment einsah, dass es auch einen anderen Weg gibt.

Sowieso stand die Mutter-Tochter-Beziehung im Mittelpunkt des Films. Beide fühlten sich von dem jeweils anderen unverstanden und verlangten ein offenes Ohr, hörten aber selbst nie richtig zu. Merida empfand ihre Mutter als zu herrisch und bestimmend, Elinor ihre Tochter als zu störrisch und wild. Man konnte aber auch beide in dieser festgefahrenen Streitbeziehung verstehen (die Mutter wirkte jedenfalls nicht böse wie die Hexenmutter Gothel aus „Rapunzel“).

Alles in allem fand ich den Film überraschend gut. Tolle Bilder und Musik, tolle Story. Und ich kann kaum die DVD-Veröffentlichung abwarten. 🙂

9 von 10 | 9 von 10 Sternen

Juliane Bunk, September 2012

Advertisements

One thought on “Merida – Legende der Highlands

  1. Da kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen 🙂
    Ich fand die Moral der Geschicht auch genial, es wird eben gezeigt, dass man seiner Familie nicht den Rücken kehren muss, um sich selbst zu verwirklichen.

    Ich weiß noch nicht ganz, was ich von den fehlenden Mitsingliedern und dafür eher Hintergrundsliedern halten soll 😀 Zwar klasse gesungen… aber das musicalhafte fehlte… hm…, ach, egal 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s